Chancengleichheit als Herausforderung an Zollikofens Schulen

Chancengleichheit als Herausforderung an Zollikofens Schulen

Die Schulen in Zollikofen stehen vor einer wahnsinnig schwierigen Aufgabe. Das zeigt die Antwort des Gemeinderates auf die Interpellation Hannes Spichiger «Unterstützung fremdsprachige Schüler*innen». Im Schweizer Bildungsbericht wird davon ausgegangen, dass Schulen mit einem Anteil von mehr als 30% fremdsprachigen Schüler*innen besondere Unterstützung benötigen. Dieser Wert wird in Zollikofen in allen Schulhäusern, auf allen Klassenstufen überschritten; teilweise massiv. Die Schulen unterstützen fremdsprachige Schüler*innen mit einer Reihe von Programmen, eine neue Strategie ist diesen Sommer in kraft getreten. Die Wirksamkeit dieser Massnahmen wird sich zeigen müssen.

Beim Übertritt in die Sekundarstufe ist beobachtbar, dass fremdsprachige Schüler*innen zu einem grösseren Anteil in die Real als in die Sek eingeteilt werden. Die Ausbildung, welche diese Schüler*innen in der Primarstufe erfahren, scheint also nicht in gleichem Masse effektiv zu sein. Es ist davon auszugehen, dass dies komplexere Gründe hat als nur die Muttersprach. Trotzdem zeigt dieser Unterschied symptomatisch, dass die in der Bundesverfassung allen zugesicherte Chancengleichheit eine Herausforderung bleibt. Den Lehrpersonen, welche diese schwierige Aufgabe in Angriff nehmen, müssen die notwendigen Mittel und Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, dass sie Erfolg haben können. In Zeiten von weitreichendem Fachkräftemangel und steigender Komplexität in vielen Berufsfeldern, müssen wir sicherstellen, dass alle Schüler*innen die bestmögliche Ausbildung geniessen können, um angemessen auf ihre Arbeitswelt und ihre Rolle als Mitglied unserer Gesellschaft vorbereitet zu sein.

Hannes Spichiger, GGR-Fraktion GLP Zollikofen